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  • Claudia Bielmeier

Geben ist seliger denn nehmen?!

Aktualisiert: 8. Juni

Bisher galt die Ellenbogentaktik als die Devise schlechthin um erfolgreich zu sein und den Weg der Karriereleiter nach oben zu bestreiten.


In Studien konnte belegt werden, dass es einen Zusammenhang zwischen Erfolg und Hilfsbereitschaft gibt. So konnten Medizinstudenten, Ingenieure und Verkäufer, die anderen gern und bereitwillig halfen, bessere Leistungen erbringen als diejenigen, die das nicht taten. 

Aber warum glauben wir, dass nur begabte, hochmotivierte, ehrgeizige und zumeist selbstsüchtige Menschen es an die Spitze schaffen?! Diejenigen, die hilfsbereit die Hände statt egoistisch die Ellenbogen herausstrecken, fallen uns nicht auf und können es dennoch an die Spitze schaffen. Der Erfolg dieser Menschen wird oft unterschätzt. Gehen wir von drei Kategorien von Menschen aus:

  1. Diejenigen, die so viel wie möglich von anderen nehmen und nichts zurückgeben also die Nehmer. Sie gehen davon aus, dass sie mit dieser Strategie am schnellsten vorwärts kommen.

  2. Diejenigen, die sich merken, wer ihnen wann geholfen hat und demjenigen helfen sie dann ebenfalls also die Matcher. Ein Matcher glaubt, dass die Welt irgendwie gerecht ist und ausgeglichen ist. Wenn ich jemanden einem Gefallen tue, dann wird er auch mir irgendwann einen erfüllen und sich bei mir revanchieren. Sie merken sich, wer ihnen geholfen hat oder eben nicht.

  3. Und die Gruppe derjenigen, die mehr helfen als sie selbst Hilfe erhalten also die Geber.

Allerdings kann es unter bestimmten Umständen ein flexibles Verhalten sein. So kann der Helfertyp privat Geber sein aber beruflich zu einem Matcher oder Nehmer werden. Gerade beruflich ist es leichter konkrete Hilfestellungen zu leisten, wie Wissen weitergeben, ohne eine Gegenleitung zu erwarten. Allerdings teilen wir unser Wissen erst, wenn wir es selbst schon geschafft haben erfolgreich zu sein.

Gescheiterte Geber zerbrechen an der eigenen Idee allen und zu jeder Zeit helfen zu wollen oder zu müssen. Sie reiben sich auf, lassen für andere alles stehn und liegen und kommen so selbst nicht voran. Teilweise erkennen Sie nicht, wenn ihre Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird oder sie können ihre eigenen Interessen nicht äußern und für sie einstehen. Irgendwann können sie auch anderen nicht mehr helfen, weil sie ihre Energie dazu verloren haben. Sie erleiden ein höheres Risiko einen Burnout zu erleiden.

Insbesondere, wenn sie sich selbst nicht trauen andere um Hilfe zu bitten. Sie fühlen sich dann verletzlich und inkompetent.

Erfolgreiche Gebende haben für sich eine Strategie entwickelt ihre Motive bewusst nutzen zu können. Sie denken darüber nach, wem sie wann am Besten nutzen können. Und nicht nur das. Sie überlegen auch, wie sie mit möglichst geringem Aufwand einen möglich hohen Nutzen erreichen können. Sie gewinnen aus dem strategischen Geben Energie, Kraft und ein positives Lebensgefühl. Sie brennen nicht aus, sondern werden vom Geben angefeuert. Gebende sind sehr gute Netzwerker, weil sie vielen unterschiedlichen Menschentypen helfen in dem sie sich selbst fragen, wie sie das Leben dieses Menschen bereichern könnten und wie er selbst demjenigen von Nutzen sein kann. Sie stecken jede Menge Energie in soziale Beziehungen, profitieren wiederum von ihrem guten Ruf und so gehen andere Menschen leichter auf sie zu denen sie wiederum helfen können. Hat es ein Gebender an die Führungsspitze geschafft, versucht er auch andere erfolgreicher zu machen, was ihnen wiederum behilflich ist sich länger an der Spitze halten zu können.


Quelle: Adam Grant, Geben und Nehmen. Erfolgreich sein zum Vorteil aller. Droemer-Verlag

Claudia Bielmeier | systemische Beratung | Brett vorm Herz - Beratung für Körper & Gefühl | Passau
Claudia Bielmeier | systemische Beratung | Brett vorm Herz - Beratung für Körper & Gefühl | Passau




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